Zukunft von Technologien im Fussball aus Sicht der technischen Direktoren der FIFA-Mitgliedsverbände

Während bezüglich der Abläufe und objektiven Entscheidungen ein breiter Konsens besteht, gehen die Meinungen zu den möglichen Auswirkungen von Technologien auf die kollektiven und individuellen Fähigkeiten von Spielern und Trainern auseinander. Die Nutzung von Technologien ist einer der Eckpfeiler der FIFA-Vision 2020–2023. Zur Einschätzung der Auswirkungen auf die 211 FIFA-Mitgliedsverbände hat die FIFA-Subdivision für Fussballtechnologie und -innovation eine Delphi-Studie in Auftrag gegeben, um den fachlichen Input bezüglich künftiger Entwicklungen zu quantifizieren. Dazu hat die FIFA mehr als 140 technische Direktoren gebeten, an einer strukturierten Umfrage mit elf Prognosen zu Technologien im Fussball im Jahr 2026 teilzunehmen. Konzipiert und durchgeführt wurde die Studie gemeinsam mit dem Center for Sports and Management (CSM) der WHU – Otto Beisheim School of Management in Düsseldorf. Die Befragten, die alle Konföderationen statistisch repräsentativ vertraten, äusserten sich zu Eintrittswahrscheinlichkeit, Erwünschtheit und Auswirkungen von Technologien im Fussball, genauer gesagt im Training, in Spielen und für Spieloffizielle. Alle Antworten berücksichtigen die örtlichen Gegebenheiten der einzelnen Teilnehmer sowie deren Vorstellung von der globalen Entwicklung des Fussballs. Die erste globale Umfrage dieser Art liefert der FIFA nützliche Tipps, wie sie den Fussball getreu ihren Zielen mithilfe von Technologien am besten fördern kann. Eine ausführlichere Studie, in der einige der unterschiedlich beurteilten Prognosen analysiert und einige statistisch relevante regionale Unterschiede bei der Wahrnehmung der Themen genauer beleuchtet werden, soll folgen. Bereits in diesem Bericht zeichnen die führenden Experten ein sehr positives Bild der Nutzung von Technologien im Fussball, zeigen zugleich aber auch deren Grenzen auf. Während sich alle Befragten über die Vorteile von Technologien für die Arbeit von Trainern und Scouts (z. B. dank künstlicher Intelligenz) wenig überraschend einig sind, äussern sie den Wunsch und die Überzeugung, dass die Technologien die künstlerische Komponente des Fussballs und der Spieler nicht im gleichen Masse beeinträchtigen dürfen.